Grusswort Propst

Unsere Welt, wie Gott sie ge­schaffen hat, ist reich an Erfahrungen für uns.  Die Partnerschaft zwischen der Propstei Rheinhessen der EKHN und der „Gereja Masehi Injili di Minahasa“ (GMIM) in Indonesien besteht seit nunmehr 25 Jahren und hat es zahlreichen Menschen aus unseren Gemeinden und Dekanaten ermöglicht, dass sie wichtige ökumenische Erfahrungen ma­chen konnten. Elf Direktpartnerschaften verbinden unsere Landeskirche mit Kir­chen in Asien und auf dem afrikani­schen Kontinent. In einer Welt, die immer mehr zusammenrückt,

ist das von einer Bedeutung, die kaum zu unterschätzen ist. Sich gegenseitig zu besuchen, ist ein Zeichen der Zusammengehö­rigkeit aller christlichen Gemein­den und Dienste in dieser Welt. Als Teil der globalen Christenheit, die in ihrer Geschichte viele Facetten und Ausdrucksformen entwickelt hat, will die EKHN durch ihre Di­rektpartnerschaften ihre Vielfalt und Einheit in Jesus Christus er­fahren, verwirklichen und sich mit anderen darüber austauschen, wie unser Glaube gestärkt werden kann. Schon in den frühesten christlichen Zeug­nissen, erfahren wir etwas davon, wie sich Gemeinden durch wechselseitige Besuche bereichert haben. Frage, Dialog, Mahnung, Lob und Kritik sind für Christinnen und Christen essen­tiell, denn keine Kirche und Gemeinde lebt für sich allein. In diesem Sinn hat sich der Kon­takt der Propstei Rheinhessen mit der GMIM über viele Jahre be­währt. Es geht um Begegnung, es geht um Kontakt und es geht um das eine Zeugnis, das aus Men­schen in unterschiedlichen Le­benszusammenhängen als eine Ge­meinschaft von Schwestern und Brüdern begreift. Im Hinblick auf die Partnerschaft mit der GMIM in Nord-Sulawesi muss man da­bei darauf achten, dass man zwei Missverständnisse erst gar nicht aufkommen lässt. Zum einen ist Indonesien kein Dritt-Welt-Land im klassischen Sinn. Zwar gibt es Teile der Bevölkerung, die an oder unter der Armutsgrenze leben. Insgesamt ist Indonesien und gerade Nord-Sulawesi heute eine jener asiatischen Schwel­lenregionen, die den Anschluss an moderne Entwicklungen weitgehend gefunden haben. Zumindest ist man auf dem Weg dazu. Zum anderen ist der christliche Glaube in der GMIM in seiner protestantischen Gestalt in einer Weise lebendig, die Besucherinnen und Besucher jegliches missionarische Denken im althergebrachten Sinn sofort vergessen lässt. Im Gegenteil: die Gottesdienste, die Gemeinden und die funktionalen Dienste in der GMIM sind so vital, dass sie viele Anregungen für die eigene Praxis im europäischen Kontext bieten. Unsere Partner­schaftsbesuche sind seit einiger Zeit thematisch orientiert und finden immer in Abschnitten auch in Seminarform statt.  Miteinander suchen wir ökumenische Lernerfahrungen und einen interkulturellen Dialog, er es uns ermöglicht, dass wir unser Christsein von hier nach da stärken und befruchten.

Mit freundlichen Gruessen

Dr. Klaus-Volker Schütz

Propst Dr. Klaus Volker Schuetz