Historie

„ Partnerschaft mit der Christlich Evangelischen Kirche in Minahasa“ – Wie alles angefangen hat

Man muss schon zeitlich etwas zurückgehen, um das Programm der EKHN zu Partnerschaften in Übersee einordnen zu können. Bei der 3. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in New Delhi, 1961, wurde der Internationale Missionsrat in den Ökumenischen Rat integriert. Damit war das Ende einer Missionsgeschichte eingeläutet, die bis daher von Europa und den USA Menschen in Asien und Afrika zu Christen machte. Die Kirchen, die aus der Missionsarbeit entstanden – damals nannte man sie „Junge Kirchen“ – begannen nun selber ihr eigens Personal auszubilden, ihre eigenen Finanzen zu organisieren und eine eigenständige Theologie zu fördern.

Der Beschluss von 1961 führte nach und nach dazu, dass die Kirchen in Europa Mission zu ihrer eigenen Aufgabe erklärten und es daher zur Gründung sog. Missionswerke kam, in denen Kirchen und Missionen sich zusammenschlossen. Damit verbunden war dann auch, dass Missionare nun nicht mehr in den „Jungen Kirchen“ arbeiteten und bei einem „Heimaturlaub“ vom „Missionsfeld“ berichteten. In den Gemeinden entstand eine Lücke in Sachen Mission. Diese Lücke wurde ausgefüllt durch die Gründung von Ämtern für Mission und Ökumene. In der EKHN entstand ein solches Amt, in dem hauptamtliche Pfarrer in den damals sieben Propsteien als Beauftragte für Mission und Ökumene arbeiteten. Hier entstand dann zu Beginn der 80er Jahre der Gedanke, die Propsteien der EKHN mit Kirchen in Afrika und Asien partnerschaftlich zu verbinden.

Als ich 1982 meinen Dienst als Beauftragter für Mission und Ökumene in der Propstei Rheinhessen antrat, wurde ich auf eine Reise nach Indonesien geschickt. Dort sollte ich verschiedene Kirchen und kirchliche Einrichtungen kennen lernen, die bereits als mögliche Partnerkirche ausersehen waren. Nach vielen Diskussionen mit den Dekanatsbeauftragten für Mission und Ökumene, mit den Dekanen und dem Propst und auch mit dem Evangelischen Missionswerk in Südwestdeutschland (EMS) kam es zu dem Beschluss, mit der Christlich Evangelischen Kirche in Minahasa (GMIM) Partnerschaft zu schließen. So reiste ich, begleitet von Pfarrer Ulrich Weisgerber 1985 ein zweites Mal nach Indonesien. Wir versuchten gemeinsam mit der dortigen Kirchenleitung ein Partnerschaftsprogramm aufzubauen, in dem wir die rheinhessischen Dekanate Gebieten in der GMIM zuordneten.

Eine Erleichterung für diese Partnerschaft war die persönliche Beziehung zu dem damaligen Präsidenten der GMIM, Pfarrer Dr. W.A. Roeroe, der in Mainz promovierte und erste Kotakte in die EKHN anbahnte. Mit der Kirchenleitung der GMIM vereinbarten wir ein Partnerschaftsabkommen, das im Oktober 1985 von der GMIM und im Januar 1986 von der EKHN unterzeichnet wurde. Vereinbart wurde vor allem ein regelmäßiger Austausch von Delegationen aus beiden Partnern. 1986 fuhr dann eine erste Delegation nach Indonesien und 1987 erfolgte der Gegenbesuch in Rheinhessen. Darauf kam es im Abstand von jeweils 4 Jahren zu gegenseitigen Besuchen. Schon bald zeigte es sich, dass es nicht ausreichte, die Besuche lediglich unter einem „exotischen“ Aspekt zu betrachten und die jeweiligen „Sehenswürdigkeiten“ zu besuchen, sondern die Partnerschaft inhaltlich  zu gestalten.

Darüber hinaus war ein Pfarrer aus der GMIM als „ökumenischer Mitarbeiter“ beauftragt sowohl mit den indonesischen Christen im Gebiet der EKHN als auch mit dem Beauftragten für die Propstei zusammen zu arbeiten. Zunächst war Pfarrer Laurens Paat der Partnerpfarrer der GMIM gefolgt von Pfarrer David Tulaar und Pfarrer Roy Lengkong. Vor allem mit Paat und Tulaar versuchte ich, die Gemeinden in Rheinhessen von der Bedeutung der Partnerschaft zu informieren und ein Verständnis für die Christinnen und Christen in Indonesien zu wecken.

Dass nach meinem Ausscheiden aus dem Amt für Mission und Ökumene und meinem Eintritt in den Ruhestand die Geschichte der Partnerschaft weiter geschrieben wird, zeugt von ihrer Lebendigkeit.

Martin Hindrichs.

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Artikel in indonesischer Zeitung